Muskete Modell 1777 Kal.69 (17,5mm)

 

 

Entwicklung

Die Muskete war die Weiterentwicklung einer Waffe von 1717, die durch verschiedene Verbesserungen im

Modell 1777 mündete. Das Modell 1717 war die erste Muskete aus französischer Produktion, die, gemäß einem

Erlass vom 4. Januar 1717, nach einheitlichen Richtlinien hergestellt wurde.

Das Modell 1777 unterschied sich von seinem direkten Vorgänger durch ein einfaches Visier aus Messing, dessen

Korn auf das vordere Halteband gesetzt wurde, eine geänderte Aufnahmevorrichtung für den Ladestock und ein überarbeitetes Schloss.

 

Technik und Funktion

Es handelt sich um einen Vorderlader mit glattem Lauf im Kaliber .69 (17,5 mm). Die Waffe musste vom Schützen

vor jedem Schuss mit Schwarzpulver und einer Rundkugel geladen werden.

Die Bestandteile der Munition wurden in Papierhülse an die Soldaten ausgegeben. Zum Laden der Waffe musste der Schütze das obere Ende der Hülse mitsamt der darin enthaltenen Rundkugel abbeißen. Er behielt das Geschoss im Mund, während er aus der offen Hülse zunächst etwas Schwarzpulver in die Pulverpfanne des Batterieschlosses gab und die Pfanne verschloss. Das verbliebene Pulver wurde dann in den Lauf der Waffe geschüttet und das Geschoss in den Lauf gespuckt. Der Schütze knüllte die Papierhülse zusammen und schob sie als Propfen hinterher.

Er verwendete den Ladestock, um das Papier auf die Kugel und die Kugel fest auf die Pulverladung zu drücken

und diese zu verdichten. Dann konnte der Hahn aus der Laderast in die Feuerrast gespannt und die Waffe

abgefeuert werden.

Jeder Soldat trug drei Ersatzfeuersteine und etwa 50 Schuss. Nach 10 bis 12 Schuss musste der Feuerstein ersetzt werden. Zur Grundausstattung der Waffe gehörte ein etwa 30 Zentimeter langes Bajonett.

 

Obwohl die Waffe bereits eine Schussweite von 1.000 Metern erreichte, wird sie für Kampfentfernungen von

über 100 Meter als ungeeignet beschrieben. So wurden die Soldaten in geschlossenen Formationen eingesetzt, in denen die Truppen reihenweise und gleichzeitig Salven von Rundkugeln auf ähnliche Formationen des Gegners feuerten, um die Trefferwahrscheinlichkeit zu erhöhen. Auf kurze Entfernungen wurden einem Gegner so schwere Verluste beigebracht, aber auf etwa 250 Meter war die Waffe selbst gegen große Feindformationen vollkommen ineffektiv. So wurde die Masse der gegnerischen Verluste durch Artillerie verursacht und nicht durch Gewehrfeuer.

Die Waffe litt unter dem verwendeten, grobkörnigen Schwarzpulver, so dass sie nach etwa 50 Schüssen gründlich gereinigt werden musste. Die Konstruktion selbst war anfällig für Fehlzündungen, von denen eine auf sechs Schuss kam. Obwohl die erreichbare Kadenz mit 5 Schuss pro Minute für einen Experten unter optimalen Bedingungen angegeben wird, lag sie in der Realität deutlich niedriger und fiel bei verschmutztem Lauf gar auf nur vier Schuss

in drei Minuten.

 

Varianten

Lauflänge

Je nach Truppengattung gab es für Infanterie, Dragoner, Artilleristen undMarinesoldaten Varianten des Modells 1777 mit Läufen in unterschiedlicher Länge.[2]

  • Infanterie - Standardausführung mit 1510 mm Gesamtlänge

  • Artillerie - Verkürzter Lauf mit einer Gesamtlänge der Waffe von 1300 mm

  • Dragoner - Verkürzter Lauf mit einer Gesamtlänge der Waffe von 1460 mm, mittleres Halteband aus Eisen, die anderen aus Messing

  • Marine - Wie Dragonerversion nur mit drei Messingbändern Modèle 1777 modifié an IX

 

Modèle 1777 modifié an IX (deutsch: Modell 1777 modifiziert im neunten Jahr), war eine Variante des Modell 1777, die im neunten Jahr nach revolutionärer Zeitrechnung, also zwischen 1801 und 1802, entwickelt wurde. Die Veränderungen waren jedoch minimal. Die technischen Daten werden wie folgt angegeben:[5]

  • Gesamtlänge: 1522 mm

  • Lauflänge: 1137 mm

  • Gewicht: 4,75 kg (ohne Bajonett)

  • Kaliber: 17,5 mm

  • Geschossdurchmesser: 16,5 mm

 

 

Bewertung

Obwohl die Waffe bereits eine Schussweite von 1.000 Metern erreichte, wird sie für Kampfentfernungen von über 100 Meter als ungeeignet beschrieben. So wurden die Soldaten in geschlossenen Formationen eingesetzt, in denen die Truppen reihenweise und gleichzeitig Salven von Rundkugeln auf ähnliche Formationen des Gegners feuerten, um die Trefferwahrscheinlichkeit zu erhöhen. Auf kurze Entfernungen wurden einem Gegner so schwere Verluste beigebracht, aber auf etwa 250 Meter war die Waffe selbst gegen große Feindformationen vollkommen ineffektiv.[3] So wurde die Masse der gegnerischen Verluste durch Artillerie verursacht und nicht durch Gewehrfeuer.[4]

Die Waffe litt unter dem verwendeten, grobkörnigen Schwarzpulver, so dass sie nach etwa 50 Schüssen gründlich gereinigt werden musste. Die Konstruktion selbst war anfällig für Fehlzündungen, von denen eine auf sechs Schuss kam. Obwohl die erreichbare Kadenz mit 5 Schuss pro Minute für einen Experten unter optimalen Bedingungen angegeben wird, lag sie in der Realität deutlich niedriger und fiel bei verschmutztem Lauf gar auf nur vier Schuss in drei Minuten

Durchschnittliche Trefferwahrscheinlichkeit

Trefferwahrscheinlichkeiten auf bestimmte Entfernungen mit dem Modell 1777 mit verschiedenen Lauflängen bei 20,18 und 17 Schuss und Kugeldurchmessern von 16, 16.6 und 17 mm.

Laden und Feuern der 1777 Muskete

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